Die letzten wechselvollen Jahre der Post in Nerchau

Deutsche Reichspost

28.01.1945             Deutschlandweiter ortsübergreifender Briefverkehr wird nach und nach eingestellt

Nach dem Kriegsende

27.07.1945             Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) übernimmt das Post- und Nachrichtenwesen der gesamten sowjetisch besetzten Zone (SBZ).

Es sind nur Briefsendungen zugelassen.

 08.10.1947             Post übernimmt den Postzeitungsdienst

03.07.1948             Währungsreform in Westdeutschland

Es sind nur noch die Postwertzeichen mit dem Aufdruck „Sowjetische Besatzungszone“ in kleinen Mengen zu kaufen.

11.10.1948             Erscheint die Postwertzeichenserie „Persönlichkeiten“ für die SBZ mit der Wertbezeichnung „Deutsche Mark“ (DM)

Deutsche Post der DDR 1949 bis 1990

Dem Inkrafttreten des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland (BRD) am 23. Mai 1949 folgt am 7.Oktober 1949, mit der Konstituierung des deutschen Volksrates, die Gründung der Deutschen Demo-kratischen Republik. Die DDR ist für die Bundespost zum Ausland geworden.

Die Deutsche Post der DDR wird Rechtsnachfolger der Reichspost auf dem Gebiet der DDR

01.01.1952             Ausgabe von Sonderpostwertzeichen nur noch bei Vorlage eines Sammlerausweises

01.01.1953             Die Bestimmungen des Weltpostvertrages treten in der DDR in Kraft.

01.04.1955             Die Deutsche Post eröffnet als neuen Dienstzweig den Postmietbehälter-Verkehr. Die Kartons mit abnehmbarem Deckel gibt es in unterschiedlichen Größen.

13.10.1957             Blitzumtausch der „Deutschen Mark“ in „Mark der Deutschen Notenbank“ (MDN)

Die Briefmarken werden auf die Wertbezeichnung „MDN“ umgestellt.

1958                       „Anordnung über die Vorlage von Personalausweisen der DDR bei der Einlieferung von Postsendungen“. Bei allen Einzahlungen von Geldern durch Privatpersonen an Privat-personen ist von den Angestellten der Deutschen Post die Vorlage des Personalaus-weises des aufliefernden Bürgers zu verlangen. Ebenso bei der Aufgabe von Paketen und Päckchen.

01.10.1964             Postleitzahlen werden eingeführt. Nerchau erhält die Postleitzahl 7246.

01.01.1968             Die Währung  MDN wird umgestellt auf Mark der Deutschen Demokratischen Republik (Kurzform Mark).

Die Briefmarken werden auf die Wertbezeichnung „M“ umgestellt.

Wiedervereinigung 1990

Am Sonntag, dem 1. Juli 1990 wird die Währungsunion zwischen der Bundesrepublik und der DDR vollzogen. Das Hoheitsgebiet der Bundesbank erstreckt sich nun auch auf das Gebiet der DDR.

02.07.1990             Herausgabe neuer Postwertzeichen von der Deutschen Post der DDR mit dem Aufdruck „Deutsche Post“. Sie werden nur gegen DM abgegeben. Die Postwertzeichen werden auch von der Bundespost als gültige Postwertzeichen anerkannt

01.09.1990             Alle bisher herausgegebenen Postwertzeichen werden außer Kurs gesetzt. Ein Umtausch gegen neue Postwertzeichen in DM-Währung ist nicht zulässig.

03.10.1990             Im Zuge der  deutschen Wiedervereinigung  gemäß Artikel 27 des Einigungsvertrages wird die Deutsche Post der DDR mit der Deutschen Bundespost verschmolzen. Die Postwertzeichen der Deutschen Post der DDR dürfen zum Freimachen von Postsendungen nicht mehr verwendet werden.

Anstelle von Oberpostdirektionen (für Nerchau ist bis dahin die Oberpostdirektion Leipzig zuständig) werden die Direktion Postdienst, Zentralstelle Postbank und im Bereich Fernmeldedienst die Direktion Telekom in Leipzig eingerichtet.

Den bisher bestehenden vierstelligen Postleitzahlen werden die Kennbuchstaben „W“ bzw. „O“ voran gesetzt, beispielsweise „W-5300 Bonn 1“ bzw. „O-7246 Nerchau“.

01.07.1993             Deutschlandweite Umstellung auf fünfstellige Postleitzahlen. Nerchau erhält die neue Postleitzahl „04685“

Im Nerchauer Postamt sind bis zu diesem Zeitpunkt Postdienst, Fernmeldewesen und Geldverkehr formal in einer Hand.

1994                       Privatisierung der Bundespost im Rahmen der zweiten Postreform. Es entstehen:

Deutsche Post AG aus dem Postdienst (gelbe Post), Deutsche Postbank AG aus Postbank (blaue Post), Deutsche Telekom AG aus Telekom (graue Post)

Das Nerchauer Postamt ist erstmalig in seiner Geschichte nur noch für den Postdienst zuständig

01.01.2002             Einführung des Euro. Die Briefmarken werden auf  Cent ohne Währungsbezeichnung umgestellt.

2004                       Schließung  des Nerchauer Postamtes und Eröffnung einer Post-Partner-Filiale im Getränkemarkt Krupp in Kahles Gut (gegenüber Sparkasse)

24.09.2010             Eröffnung der Post-Partner-Filiale im neuen Verwaltungsgebäude von „Naundorf Reisen“

01.01.2011             Nerchau wird nach Grimma eingemeindet  und erhält die neue Postleitzahl „04668“ und die postalische Ortsbezeichnung  „Grimma“.

Um doppelte Straßennamen im Stadtgebiet auszuschließen, werden in Nerchau und seinen Ortsteilen eine Reihe von Straßen umbenannt (Markt, Muldenstraße, Nordstraße, August-Bebel-Straße, Schillerstraße usw.)

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